Sanitz (OZ) Das erste Exemplar des frischgebrannten tönernen Sanitzer Hasen konnte gestern Schwerins Landwirtschaftsminister Till Backhaus in Empfang nehmen. Bürgermeister Joachim Hünecke hatte lange auf eine solche Gelegenheit gewartet, soll doch der Hase, der auch im Gemeindewappen sitzt, eine besondere Ehrung darstellen.
Minister sah man in letzter Zeit durchaus mehrfach in der Gemeinde. Backhaus hatte aber einen vollen Koffer bei sich, als er gestern im Rathaus auftauchte. Zumindest symbolisch, denn der Mann aus Schwerin überbrachte persönlich einen Bewilligungsbescheid zur Förderung des für Groß Lüsewitz geplanten "Kompetenz- und Gründerzentrum für biologische Ressourcen". Dieser Bescheid wird eine wesentliche Teilfinanzierung in Höhe von 3,778 Millionen Euro ermöglichen. Damit ist nach Meinung Hüneckes der Weg frei für einen Baubeginn noch in diesem Jahr.
Das vor zwei Jahren in Angriff genommene Vorhaben sieht den Bau eines Büro- und Laborgebäudes vor, einer Halle, die als Technikum fungieren soll, weiterhin Gewächshäuser und eine Mehrzweckhalle. Eine 30 Hektar große Versuchsfläche steht bereits ab Oktober 2002 zur Verfügung.
Das Kompetenz- und Gründerzentrum wird maßgeblich durch die Gemeinde vorangetrieben, wobei sich Bürgermeister Hünecke inzwischen einer ganzen Reihe von Verbündeten sicher sein kann. Einer der wichtigsten ist der Förderverein FINAB mit seiner Vorsitzenden Dr. Inge Broer. Die Gemeinde wird auch nach Fertigstellung Eigentümer des Zentrums bleiben. Betreiber könnte die Bio Con Valley GmbH werden. Denkbar ist aber auch die Gründung einer eigenen Fördergesellschaft. Für das Lüsewitzer Kompetenzzentrum, so machte es Minister Backhaus deutlich, gebe es inzwischen eine deutschlandweite Lobby. Es gelte "als eines der innovativsten Vorhaben". Das war allerdings nicht von Anfang an so. Backhaus erinnerte daran, dass auch im Landtag anfangs zum Teil absurde Vorstellungen von den fachlichen Aufgaben eines solchen Zentrums herrschten. Und so lobte Hünecke schließlich: "Wer annähernd weiß, wie Meinungsbildung stattfindet, kann sich vorstellen, welch persönlicher Einsatz dahinter steckt."
Das Lüsewitzer Projekt wird in einem Technologiezentrum das Wissen um biologische Entwicklungen und neue landwirtschaftliche Produkte konzentrieren, Unternehmen, die auf diesem Gebiet tätig sind, zusammenführen und die Zusammenarbeit koordinieren. Außerdem wird es jungen Unternehmen Möglichkeiten geben, sich anzusiedeln.
ACHIM TREDER
Quelle: Ostseezeitung