Baustart für Kompetenz-Zentrum

Minister Backhaus: Hier wird es bald interessante Stellen geben
Ostseezeitung vom 13. März 2002

Groß Lüsewitz (OZ) Schwerins Landwirtschaftsminister Till Backhaus widersprach noch vor Beginn der Veranstaltung dem Gerücht, er sei nur zum ersten Spatenstich bereit gewesen, wenn ihm dafür ein großer Bagger zur Verfügung gestellt werde. "Natürlich hätte ich es auch mit einem Spaten getan", beteuerte er. "Andererseits habe ich sogar einen Schein, um Hebetechnik bedienen zu dürfen." Und so ein Bagger, der sei schon was ... 

Mit dem Abriss eines Nebengebäudes ist der Startschuss für den Bau des Kompetenz- und Gründerzentrums gegeben worden. Stießen mit einem Glas Sekt an: Till Backhaus (r.), Dr. Inge Broer und Bauherr Joachim Hünecke, Bürgermeister von Sanitz.
Ostsee-Zeitung/Achim Treder

Gestern traf sich in Groß Lüsewitz Prominenz aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, um den Startschuss für den Bau des Kompetenz- und Gründerzentrums für biogene Ressourcen (KGZ) zu geben. Backhaus sieht den Bau dieser Einrichtung als wichtigen Meilenstein, um "das Dreieck Rostock-Dummerstorf-Greifswald" zu einem interessanten Wissenschaftszentrum zu entwickeln. Das Lüsewitzer Projekt werde die Bedeutung des Wissenschaftszentrums über die Landesgrenzen hinweg festigen; Groß Lüsewitz werde Technologien für die Land- und Ernährungswirtschaft liefern. Und nicht zuletzt geht der Minister davon aus, dass es "in Groß Lüsewitz hervorragende Ausbildungsplätze geben wird." 

Das KGZ, das 2004 arbeitsfähig sein soll, wird unterschiedlichste Firmen in Groß Lüsewitz ansiedeln. Vornehmlich wissenschaftliche Erkenntnisse, die für die Landwirtschaft sowie für den Natur- und den Umweltschutz interessant sind, sollen hier für die Praxis fit gemacht werden.

Dr. Inge Broer vom Verein zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agrobiotechnologie (FINAB), die das Projekt maßgeblich mit vorangetrieben hat, erklärte gestern, es gebe bereits Anfragen aus der ganzen Welt, "mehr Anfragen als Platz da sein wird." Viele Firmen aus dem Lande hätten zudem bereits signalisiert, dass sie über FINAB dem KGZ Aufträge erteilen wollen.

Als interessierter Partner hat sich erneut auch das "Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere" Dummerstorf zu erkennen gegeben. Prof. Hartmut Zühlke machte deutlich, dass besonders für Rinder pflanzliches Futter eine immer größere Bedeutung erlangen werde.

Prof. Günther Wildenhain, Rektor der Rostocker Universität, versprach, dass die Argrar-Ökologie nicht in die "Einsparorgie" der Uni einbezogen werde.

A. T.

Quelle: Ostseezeitung